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IFC (Industry Foundation Classes) ist ein Datenmodell und zugleich eine Schnittstellenbeschreibung für digitale Gebäudemodelle in sämtlichen Lebenszyklen eines Gebäudes, in dem die Sichten sämtlicher Beteiligten wie Architekten, Fachplanern, Bauherren und Betreibern abgebildet werden können. Das Dateiformat IFC ist relativ alt. Vor über 25 Jahren hatte man IFC entwickelt, um den plattformübergreifenden Datentransfer zu ermöglichen, so dass eine Datei mit verschiedenen BIM-Programmen kompatibel ist.
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Die Digitalisierung schreitet auch in der Bauindustrie endlich voran und die Branche verändert sich allmählich. BIM wird immer mehr gefordert und somit kommen auf einzelne Akteure neue Herausforderungen zu. Doch wo viel passiert, entstehen auch einige Mythen. Wir halten monatlich einen relevanten BIM Fakt fest. Hier die Sammlung aus dem aktuellen Jahr.

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Durch die BIM Methode (Building Information Modeling) soll eine durchgängige Digitalisierung der Planungs-, Ausführungs- und Bewirtschaftungsprozesse in der Bauindustrie erreicht werden. Um den steigenden und komplexen Ansprüchen heutiger Bauprojekte gerecht zu werden, bedarf es eines Umdenkens in der Projektabwicklung.

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Das Qualitäts- und Lean Management sind als Steuerungsmethoden sehr eng miteinander verwoben. Das QS Management ist im weiteren Sinne ein Teil des Lean Management. Lean ist zu einem beliebten Schlagwort geworden, das sich auf die vielen verschiedenen Möglichkeiten bezieht, die Produktivität auf einer Baustelle zu steigern - aber was bedeutet es wirklich, wie hängt es mit dem Virtual Design and Construction (VDC) Framework zusammen und wie misst man den Erfolg?

Die Produktivitätssteigerung in der Bauindustrie ist in den letzten Jahrzehnten im Vergleich zu anderen Branchen wie der IT, dem verarbeitenden Gewerbe und der Landwirtschaft abgeflacht. PlanGrid hat vor kurzem eine Untersuchung im US-Bausektor durchgeführt. Der daraus resultierende Bericht "Construction Disconnected" schätzt, dass die Bauindustrie in den USA 177 Milliarden US-Dollar aufgrund von unproduktiven Arbeitsaktivitäten verliert. Der Verlust umfasst die Suche nach Projektdaten und -informationen, die Lösung von Konflikten und den Umgang mit Fehlern und Nacharbeit. Zusätzlich schätzt der Bericht, dass schlechte Daten und Kommunikation zu 31 Milliarden Dollar an Nachbearbeitung beitragen. Bei diesem Ausmass an Verschwendung, das sich weltweit wiederholt, ist es kein Wunder, dass viele Unternehmen nach Möglichkeiten suchen, die Produktivität zu steigern.

Wege zur Steigerung der Produktivität im Bauwesen sind möglich, sie werden aber oft nicht mit genügend Nachdruck verfolgt. Bauherren zahlen zu viel Geld für Projekte mit schlechter Produktivität und Generalunternehmer leiden unter niedrigen Gewinnspannen aufgrund von Ineffizienzen. Wenn man sich ansieht, wie Lean Prinzipien die Produktivität in Branchen wie der Fertigung revolutioniert haben, lohnt es sich an dieser Stelle genauer hinzuschauen.

Lean Grundsätze wurden erstmals in der Fertigungsindustrie verwendet 

Die Fabriken waren in der Lage, eine breite Palette von Modellen zu produzieren und dabei ein Höchstmass an Produktivität und Qualität beizubehalten. Der Lean-Begriff wird seit den 1990er Jahren nun auch auf andere Wirtschaftszweige übertragen. In dieser Zeit begann international auch die Entwicklung von Lean Construction.

Wenn man die Anwendung von Lean bei der Fertigung mit jener im Bauwesen vergleicht, kann man leicht erkennen, wie sehr sich ein Bauprojekt von den meisten Fertigungsanlagen unterscheidet. In der Fertigung kann ein Team die Effizienz eines Produkts analysieren, bis es in der Lage ist, den Prozess und die Qualität zu perfektionieren. Im Bauwesen ist jedes Projekt anders, und die gelernten Lektionen gelten meist nicht für das nächste Projekt. Am Bau sind die meisten Aspekte eines Projekts im Wesentlichen ein Prototyp.

Die wenigsten Projekte arbeiten unter den immer gleichen Bedingungen, mit den gleichen Leuten und dem gleichen Prozess

Projektbeteiligte stehen vor grossen Herausforderungen bei der Umsetzung. Seit vielen Jahren wird bemängelt, dass sich das Bauwesen in diversen Bereichen negativ entwickelt. Sehr häufig werden hierbei folgende Punkte angesprochen:

- Die Produktivitäts- und Innovationsentwicklung der Bauindustrie liegt deutlich hinter der Entwicklung anderer Industriezweige

- Planungs-, Ausführungs- und Abnahmemängel nehmen immer mehr zu und werden oft als nicht vermeidbare Begleiterscheinungen des Bauens hingenommen

- Die seit Jahrzehnten von öffentlichen und privaten Auftraggebern praktizierten Vergabemodelle behindern und verhindern Innovationen bei der Planung und Realisierung von Bauvorhaben

- Zwischen den Beteiligten im Bauwesen herrscht eine sehr hohe, negativ ausgeprägte Konfliktkultur. Dies zeigt sich insbesondere in der sehr hohen Zahl gerichtlicher Auseinandersetzungen

- Die schwierige Vorhersehbarkeit in Projekten führt zu Zeitverlust und Verschwendungen und verursacht enorme Kosten

Die Ursachen hierfür liegen in der überwiegend strikten Trennung von Planung und Ausführung in Vergabemodellen, die systembedingt Anreize für eine konfliktorientierte Projektabwicklung setzen und darin, dass häufig keine gründliche Planung der Prozesse, sowohl in der Planungs- als auch in der Ausführungsphase, erfolgt.

Die Siloisierung der Arbeit widerspricht den Lean Leitprinzipien

Die Methoden von Lean Construction konzentrieren sich auf die bessere Vorhersehbarkeit und den Fluss im Projekt. Sie zwingen alle Parteien dazu, klare Ziele und Benchmarks von Beginn bis zum Ende des Bauprozesses zu definieren. Lean Construction hinterfragt bisherige Systeme, Prozesse und Organisationsmodelle im Bauwesen. Mit der Fokussierung aller Tätigkeiten auf den Wert aus Sicht des Kunden und dem Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung durch Vermeidung von verschwenderischen Prozessen bietet Lean Construction die Möglichkeit, alte Managementmethoden zu ergänzen oder sogar zu ersetzen. Der Silo-Effekt des traditionellen Modells wird eliminiert und zwingt alle am Projektbeteiligten dazu, als eine einzige kundenorientierte Gruppe zusammenzuarbeiten.

VDC vereinfacht die konkrete Anwendung von Lean Construction im Projekt

Lean Construction profitiert stark von dem integralen Ansatz des Virtual Design and Construction Framework (VDC). VDC beschreibt das digitale Planen, Bauen und Betreiben mit Hilfe von digitalen Bauwerksmodellen. Darauf abgestimmte Prozess- und Organisationsformen bilden weitere wichtige Elemente des VDC. Modellbasierte Daten (aus BIM Modellen) können als Grundlage für die LC Planung dienen. Im Kontext des VDC finden sich neue Sitzungsgefässe wie ICE-Sessions zur interoperablen Zusammenarbeit. Qualitätsziele können in diesen neuen Sitzungsgefässen schnell als messbare Grössen definiert werden.

Bildquelle: IDIBAU 2020; in Anlehnung an Fischer & Funk 2004, Eigene Darstellung

Erfolgreiche Projektteams erkennen zunehmend, dass ein Aufbruch bestehender Bauprozesse zum Projekterfolg beiträgt. Die modellbasierte Qualitätskontrolle der einzelnen Fachdisziplinen erfolgt effizient und prozessual getrieben. Das fachspezifische Silodenken gehört zunehmend der Vergangenheit an. Wir sind auf einem guten Weg.

Projektbeteiligte bauen Daten direkt und maschinenlesbar in ihre eigenen Workflows ein und nutzen sie für Kostenkalkulationen oder Simulationen. Strukturierte Informationen ermöglichen die Vernetzung der Wertschöpfungskette und eine vereinfachte Kommunikation der Projektbeteiligten. Der gesamte Prozess kann in überschaubare Use Cases aufgeteilt werden. Teilmodelle werden mittels strukturierter Daten technisch, konstruktiv, geometrisch und funktional beschrieben.

Höchste Priorität beim Anwenden von Lean-Methoden ist das Sicherstellen von Vertrauen, Interesse und Kooperation im Projektteam. Es geht darum Standardprozesse und gängige Workflows zu hinterfragen, zu analysieren und in neu definierte, effizientere Prozesse zu überführen.

Projektsteuerung anhand von Key Performance Indicators 

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Lean Construction ist das Arbeiten mit Key Performance Indicators (KPIs). Diese definierten Leistungskennzahlen sind in grossen Teilen der Wirtschaft verbreitet, um das Tagesgeschäft nachzuverfolgen und zu steuern. Kennzahlen mit Zielen werden dazu klar kommuniziert, transparent ausgewiesen und ihrem Zweck entsprechend regelmässig aktualisiert, um daraus konkrete Massnahmen zur Steuerung und Verbesserung abzuleiten und umzusetzen.

In der Baubranche dagegen ist der Einsatz von Prozess- und Produktionskennzahlen in dieser Form bisher nicht stark verbreitet. Die Steuerung eines Projektes über KPIs geht über die bisher übliche vertragliche Vereinbarung von Qualitäten und Terminen hinaus. Für die effektive Umsetzung und Nutzung dieses Potenzials bedarf es einer offenen, sachlichen und lösungsorientierten Führung im Projekt sowie einer korrekten Datenbasis. Die modellbasierte Zusammenarbeit ermöglicht eine effektive Steuerung über KPIs, welche in Echtzeit aus dem BIM Modell gelesen werden können und den aktuellen Planungsstand transparent machen.

Für aussagekräftige Visualisierungen braucht es Schnittstellen zu verschiedenen Business Intelligence Tools (z.B. MS Power BI). Daten können ganz einfach in interaktive Berichte verwandelt und geteilt werden. So kann sichergestellt werden, dass der Auftraggeber stets den Überblick über die Performance der Projekte und die wichtigsten Kennzahlen jederzeit griffbereit hat. Die Projektbeteiligten können sich sämtliche Daten verlassen und schneller fundierte Entscheidungen treffen. Dies ermöglicht mehr Transparenz, Prozesssicherheit, Präzision und tiefere Fehlerquoten.

Für die Baubranche kann das ein wesentlicher Schritt sein, um die Trendwende hinsichtlich Effizienz- und Qualitätssteigerung einzuleiten.

Fazit

Lean Construction und VDC verfolgen dasselbe übergeordnete Ziel, nämlich die Optimierung der Planungs- und Bauprozesse. Die beiden Methoden komplementieren sich perfekt. Wenn die Verantwortlichen das Projekt mittels KPIs und einer korrekten Datenbasis steuern, kann der Hauptprofiteur nur die Qualität im Projekt sein.

Messbare und prüfbare Daten führen unter Einbezug optimierter Prozesse zum Projekterfolg und geben Sicherheit für ein qualitativ hochwertiges Bauwerk.

Die konventionelle Bauplanung kann damit in Zukunft nicht mehr mithalten.

Sie haben Lust, sich mit uns zum Thema Lean Management auszutauschen? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

Wir werden oft mit der Frage konfrontiert, wie ein IFC File von der Autorensoftware wie z.B. ArchiCAD, Vectorworks, Revit oder Allplan exportiert werden kann. Gerne geben wir in diesen Videos aufschlussreiche Inputs, wie der Export problemlos gelingt. Es sind die entsprechenden IFC Anforderungen und Export-Empfehlungen mit dem Fokus aus Prüfregeln für Gebäudeflächen und Räume dokumentiert. (Beispielsweise DIN-277-1. GIF MFW, oder SIA 416)

Die Videos dokumentieren die einzelnen Schritte von den Werkzeugen der Autorensoftware, über die Klassifizierungen, bis hin zum entsprechenden IFC Export.

 

ArchiCAD IFC Export

Beachten Sie, dass der Archicad IFC Exporter kontinuierlich weiterentwickelt wird. Es wird empfohlen regelmässig auf Updates zu achten. Die Anleitung für den ArchiCAD IFC Export gibt es auch schriftlich. Hier geht es zur Dokumentation.

 

Allplan IFC Export

 

Vectorworks IFC Export

Die Anleitung für den Revit IFC Export gibt es auch schriftlich. Hier geht es zur Dokumentation.

 

Revit IFC Export

Es wird von einer Revit IFC Exporter Version 20.1.0 ausgegangen, oder neuer. Der IFC Exporter für Revit ist ein Plugin für Revit, welches einem unabhängigen Updatezyklus folgt. Die neuste Version ist immer auf dem Autodesk App Store, oder der Entwickler GitHub Projektseite zu finden. Die Anleitung für den Revit IFC Export gibt es auch schriftlich. Hier geht es zur Dokumentation.

 

Bitte beachten Sie, dass alle genannten Empfehlungen;

Sollen Sie weitere Fragen oder Anregungen haben, melden Sie sich gerne bei uns oder stöbern Sie in unserer Wissensdatenbank.

Wir wünschen gutes Gelingen beim Exportieren.

Building Information Modeling ist in der Bauindustrie nicht mehr wegzudenken. Trotzdem, oder genau deshalb gibt es unzählige Mythen rund um das Thema BIM. Diesen Mythen gehen wir in diesem Beitrag auf den Grund. 

 

1. BIM ist ein Produkt 

Building Information Modeling auf Deutsch „Gebäudedatenmodellierung“, ist ein Planungs- und Steuerungskonzept. Eine Methode, durch die der gesamte Lebenszyklus des Gebäudes mit digitalen Gebäudeinformationen abgewickelt wird. Daten werden digital erfasst, kombiniert und vernetzt. BIM ist eine Arbeitsweise, die kein spezielles Produkt, Software oder einen speziellen Hersteller beschreibt. Das Modell steht im Zentrum und stellt die Datenbank dar. Die BIM Methode definiert die digitale Zusammenarbeit, insbesondere den Prozess und die Struktur. BIM ist nicht erst seit gestern ein Thema in der Bauplanung. Bereits mit der Einführung von CAD Anfang der 80er Jahre fand ein Umdenken statt. 

2. Mit BIM arbeiten alle am gleichen Modell 

BIM ist kein Modell, sondern viel mehr eine Sammlung von verschiedenen Modellen oder Datenquellen, welche miteinander verknüpft sind. Modelle, an denen alle Informationen haften und in Echtzeit allen Projektbeteiligen zur Verfügung stehen. BIM Projekte sind im besten Fall interdisziplinär geplant. Anstelle des Silodenkens wird die prozessbasierte Zusammenarbeit gefördert, wobei die Rollen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten aber unverändert bleiben. 

3. Bei BIM geht es nur um 3D Modellierung 

Wer Building Information Modeling mit 3D Modellierung gleichsetzt, hat den wahren Mehrwert von  BIM noch nicht erkannt. Im Gegensatz zur konventionellen Bauplanung können in BIM Projekten benötigte Informationen digital und phasenübergreifend (schnittstellenlos) verankert werden. Alle Daten werden in einer Datenbank gespeichert, so dass sie für alle Parteien zugänglich sind. Die Transparenz des digitalen Informationsmanagements ist der wahre Mehrwert von BIM.  

4. BIM ist nur in den Planungsphasen relevant 

Die Anwendungsrelevanz von BIM in Bauprojekten ist phasenunabhängig. BIM ist im gesamten Gebäudelebenszyklus relevant. Sei es in der Konzeption und Planung, in Bau und Realisierung, Betrieb und Nutzung oder in der Revitalisierung und Repositionierung. Die Reduktion von Schnittstellen in der Planung birgt ein grosses Potential zur Kosteneinsparung. Ein Beispiel: Mit Hilfe des planungsbezogenen Facility Management (pbFM) wird frühzeitig definiert, welche Daten zukünftig im Betrieb genutzt werden sollen. Geringerer Zeitverlust, genauere Kostenschätzungen und exaktere Überwachung der Anlagen sind die Folge. 

5. BIM lohnt sich nur für die grossen Player in der Bauindustrie 

Je grösser das Projekt umso mehr Beteiligte sind involviert, was die Koordination komplexer macht. Tatsächlich ist der Start mit BIM mit Kosten und einem Umdenken innerhalb der Unternehmung verbunden. Diese Investitionskosten sollten aber zwingend auch bei kleineren Unternehmen den zahlreichen Vorteilen von BIM gegenübergestellt werden. Mit der langfristigen Kosteneinsparung, einfacheren Planbarkeit und automatisierten Arbeitsabläufen durch BIM, kann die Methodik für jedes Unternehmen lohnenswert sein.  

6. BIM bedeutet, die IT-Umgebung muss komplett ausgetauscht werden 

Selten liegen die Herausforderungen an der IT-Umgebung. Was oft fehlt, sind die entsprechenden Prozesse. Hier muss ein Umdenken stattfinden und der BIM Prozess sollte sorgfältig eingeführt und umgesetzt werden. Die IT-Umgebung wird oftmals nicht tangiert, da die meisten BIM relevanten Applikationen unabhängig von der firmeninternen IT-Infrastruktur verwendet werden können. Firmen sollten vielmehr in Prozess- und Changemanagement sowie der Entwicklung von Mitarbeitern investieren. 

7. BIM braucht man nur für die Zusammenarbeit mit anderen Partnern 

BIM ist für die Zusammenarbeit entlang des gesamten Lebenszyklus wichtig, von der Planung bis zum Facility Management und der Sanierung. Oft macht es aber Sinn, bei firmeneigenen Prozessen zu starten und diese zu optimieren und zu automatisieren. Später können Sie natürlich auch den übergreifenden Informationsaustausch für Ihre Zusammenarbeit mit Partnern fördern. 

8. BIM verändert komplett die Art und Weise wie wir heute planen 

BIM wird tatsächlich die konventionellen Herangehensweisen in der Planung ablösen, aber nicht so wie man es erwartet. BIM bedeutet nicht, dass man alle bekannten Arbeitsweisen verabschieden soll - im Gegenteil. Sinnvolle Strukturen und und digitale Tools bringen Prozessverbesserungen entlang des gesamten Lebenszyklus eines Objekts. Die Projektrollen und Verantwortlichkeiten bleiben ähnlich und werden ergänzt durch verbesserte Kommunikation, mehr Transparenz und Klarheit hinsichtlich Zuständigkeiten im Projekt. 

 

Das klassische projektbezogene Qualitätsmanagement (nachfolgend PQM) ist ein Teil des Projektmanagements. Es ist ein Steuerungs- sowie ein Führungsinstrument für die Auftraggeber und bezieht sich auf die Zusammenarbeit aller Projektbeteiligter. Es soll im besten Falle eine gemeinsame Sicht der Projektrisiken aufzeigen. Das PQM steht für eine kontinuierliche Verbesserung der Planungs- und Ausführungsqualitäten unter Berücksichtigung geltender Normen sowie der allgemeinen Wirtschaftlichkeit.

Stand gestern (ohne BIM)
Qualitätsschwerpunkte zu setzen fällt vielen Bauherren nicht einfach. Zu wenig wird das Projekt beleuchtet, um echte Risiken zu erkennen und diese Planungsgerecht zu benennen. Oft erscheinen die Qualitätsanforderungen den Planern und Unternehmern als grosse Last. Dies, da der Nutzen des PQM wegen bisweilen unklarer Träger und unflexibler Prozesse, wegen des Einbezugs zu vieler Ressourcen und wegen mangelnden Informationsmanagements nicht überall eingesetzt wird.
Oft resultieren daraus vermeidbare Doppelarbeiten und «Dokumentfriedhöfe» in Form von Lenkungsplänen und Risikolisten sowie etlichen weiteren PQM-Dokumenten, die nicht ausreichend bewirtschaftet werden. Die Folgen sind abwendbare Mängel in den Projekten. Sie stehen in offensichtlichem Widerspruch zu den Zielen der PQM-Arbeit.

Stand heute (mit BIM)
Diese gängige, oft unbefriedigende Praxis, lässt sich nun aber mithilfe neuer Arbeitsmethoden enorm vereinfachen. Die BIM-Methode bietet die Chance, die Komplexität der PQM-Arbeit in transparente Prozesse aufzubrechen. Optimierte Zusammenarbeitsprozesse, relevante Modellinformationen sowie messbare und prüfbare Ziele sind der Schlüssel dazu. Ein Mehrwert für die Qualitätsarbeit.
Durch den Einbezug von Qualitätsanforderungen in die BIM-Bausteine, lässt sich die Einhaltung der geforderten Qualitäten entlang der ganzheitlichen Wertschöpfungskette systematisch überprüfen.

Ein erster BIM-Baustein zielt auf die Kunden- und Projektziele ab. Diese können mit definierten (sinnvollen) Messgrössen sowohl kontrolliert als auch gesteuert werden. Qualitätsschwerpunkte lassen sich hier bereits bei der Bestellung eruieren und festlegen.

Die modellbasierte Zusammenarbeit bildet einen weiteren wichtigen Baustein. Die Reduktion von Iterationen durch themenfokussierte Kollaboration im Projektteam zielt stetig auf die Umsetzung der Qualitätsanforderungen ab. Ein gut durchdachtes Lean-Managementsystem ermöglicht es, im Bauprojekt unnötige Prozessschritte zu erkennen und zu vermeiden. Es kann komplexe Prozessketten optimieren und fokussiert gleichzeitig die Qualitätsanforderungen.

Das BIM-Modell bildet den Kern jeder projektbezogenen Qualitätssicherung, da alle Daten der Bauteile fachbereichsübergreifend hinterlegt und somit jederzeit aktuell abrufbar sind. Bauteilkollisionen sind einfach zu lokalisieren, zu dokumentieren und nachzuprüfen. Flächen sowie Funktionsanforderungen werden laufend mitgeführt.

Das angewandte BIM-Framework, welches aus dem Zusammenspiel der BIM-Bausteine besteht, lässt sich als generelles Steuerungsinstrument für das Qualitätsmanagement und die Qualitätssicherung einsetzen.
Die Definition von Qualitätsanforderungen, Messgrössen und der Systemumgebung sowie deren konsequente Anwendung verleihen einem Projekt die nötige Flexibilität, um damit Qualitäten laufend überprüfen und bei Missständen schnell und angemessen reagieren zu können.

Ausblick
Das klassische PQM wird in seinem herkömmlichen System in BIM Projekten schwer anwendbar sein. Die projektspezifischen Risikobetrachtungen werden fachthematisch in Silos aufgenommen. Die Folgen sind separate, individuelle Verantwortungsbereiche die zwar Qualitätsanforderungen einhalten, jedoch Abhängigkeiten im Projekt übersehen. Durch die Nutzung von Modelldaten, den kontinuierlichen Bestrebungen einer Optimierung für Planungs- und Bauprozesse im integrierten Projektteam, kann nun die Chance genutzt werden eine Prozess- und Kulturinnovation unter Nutzung der BIM Bausteine zu erzielen.
Der Schlüssel der zukünftigen PQM Arbeit ist die Fragmentierung der Anforderungsdefinition. Das wichtigste Fragment ist der entsprechend geforderte Projekt Use-Case. Dieser bündelt alle möglichen Szenarien, die eintreten können, wenn ein Projektstakeholder mithilfe der beschriebenen BIM-Bausteine das Qualitätsziel anvisiert.

QS Mandate werden zukünftig obsolet sein, da alle Projektstakeholder in definierten durchgängigen Workflows arbeiten. Anforderungsgerechte Datadrops werden platziert und automatisch auf Erfüllungsgrad geprüft werden können. Ein standardisiertes Qualitätsmanagementsystem wird ein Projekt künftig begleiten. Es muss nicht erst Projektbezogen etabliert werden.

Um Daten schnell, dynamisch und effizient verarbeiten und visuell aufbereiten zu können, braucht es entsprechende Werkzeuge, die alle qualitätsrelevanten Bereiche wie Controlling, Finanzen, Prozesse, Ressourcen, Modelleinbindung und Auswertung etc. einbeziehen. Business-Analytics-Tools werden hier helfen, die «Insights» der Daten zu generieren, welche als kontinuierliche Rückkopplungsdaten in das Qualitätsmanagementsystem eingespeist werden, sodass bestmöglichen Projektergebnisse erzielt werden können.

Aber
Durch den zunehmenden Einsatz von digitalen Werkzeugen in der Planung und der Ausführung werden zwar klassische PQM-Abwicklungsprinzipen hinterfragt, nicht aber die Risikoanalyse der Anforderungen bzw. die dafür definierten Massnahmen.

Damit BIM erfolgreich umgesetzt werden kann, sollten einige Schritte berücksichtigt werden. Den BIM ist weder eine Software noch ein Werkzeug, sondern viel mehr ein Prozess, der während der gesamten Bau- und Wartungsphase begleitet. 

1. Verstehen was BIM bedeutet und Vorteile erkennen  

Um BIM erfolgreich in bestehende Strukturen zu übernehmen, sollte man verstehen, worum es geht. Was ist der Unterschied von 3D Modellen und BIM? Bei BIM handelt es sich nicht nur um die Darstellung der Modelle oder Baupläne. Im BIM-Modell werden die einzelnen Bauteile mit wichtigen Informationen versehen. In der Tat beginnt Building Information Modeling oftmals mit einem 3D-Entwurf. Dieses Modell beziehungsweise die einzelnen Bauteile, werden allerdings mit wichtigen Daten wie Klassifizierung, Grösse, Kennwerte, u.v.m. angereichert. Diese wertvollen und unerlässlichen Informationen unterstützen dabei, in jeder Phase des Projekts effizient zu arbeiten. BIM ermöglicht so einen reibungslosen Austausch, was bessere Ergebnisse in der Planung und in der Projektsteuerung zur Folge hat.  

Durch einen kontinuierlichen und transparenten Informationsfluss arbeiten alle Parteien im Bau- oder Wartungsprozess mit den identischen Daten. Aus unserer Sicht gibt es dadurch viele Vorteile für alle Beteiligten. Hier nur einige davon:  

Halten Sie diese oder weitere Vorteile, welche für Ihr Unternehmen relevant sind, unbedingt in ihrem Konzept fest.  

2. Gute Planung – das A und O 

Wie auch bei einem Bauprojekt steht und fällt alles mit einer guten Planung. Planen Sie also Ihren BIM-Prozess und erstellen Sie ein Konzept für die Einführung. Definieren Sie Ihre Vision, verschiedene Phasen der Einführung und die Ziele, welche Sie mit BIM erreichen möchten.
Eine BIM-Implementierung kann durch eine fehlende Planung oder aber auch durch die fehlende Definition von Erfolg und Misserfolg scheitern. Nehmen Sie diese Punkte also unbedingt in Ihre Planung mit auf. Involvieren Sie Ihre Mitarbeiter rechtzeitig, helfen Sie neue Arbeitsweisen zu entwickeln und schulen Sie einzelne Kollegen. Wenn sie einen Plan ausgearbeitet haben, geht es in die Umsetzung. 

3. Mit dem richtigen Pilotprojekt starten 

Für die meisten Unternehmen ist es sinnvoller, mit einem mittelgrossen und nicht allzu komplizierten Pilotprojekt zu beginnen, anstelle BIM schon zum Start für sämtliche Projekte zu verwenden. So haben Sie die Möglichkeit, ausgewählt Personen zu schulen und «BIM-fit» zu machen, welche später die Workflows im gesamten Team vorantreiben können. Bestimmen Sie eine Person, welche die Implementierung verantwortet sowie passende Mitarbeiter aus, welche sich besonders eignen. Interessierte, kommunikative und wissenshungrige Kollegen helfen, das Pilotprojekt erfolgreich umzusetzen.  

4. Qualität überprüfen und Projekt analysieren 

Die verantwortliche Person sollte die einzelnen Arbeitsschritte, Arbeitsmethoden und Ergebnisse sammeln, damit der Erfolg gemessen bzw. der Prozess stetig optimiert werden kann. Durch diese Dokumentation, kann später das ganze Team effiziente Prozessstandards entwickeln. 
Um BIM langfristig erfolgreich einzusetzen, stellen Sie sicher, dass die BIM Modelle sinnvolle Daten enthalten. Damit Sie die Modelle nicht händisch prüfen müssen können Sie einen Model Checker verwenden. So können Sie viel Zeit und Nerven sparen. Ein Model Checker prüft Ihre Modelle automatisiert auf Standards oder auf die vordefinierten Anforderungen.  

5. Internes Knowhow verbreiten

Einige Personen werden bestimmt mehr Begeisterung für BIM entwickeln als anderesind generell affiner oder haben bereits Erfahrung mit BIM. Diese Mitarbeiter eignen sich gut als BIM-Coaches. Setzen Sie die firmeneigenen Coaches ein, um den Rest des Teams ans BIM-Board zu holen. Schlussendlich soll das gesamte Team befähigt wird, BIM erfolgreich anzuwenden. Planen Sie die firmenweite BIM-Befähigung sorgfältig. Während des Einführungsprozesses und durch jeden neuen Mitarbeiter, kann es nötig sein, die eine oder andere Änderung durchzuführen bzw. das Erstkonzept anzupassen. Es ist also von Vorteil, wenn Sie nicht zu stark auf Ihren Ursprungsplan beharren, sondern dieser als dynamisches Werkzeug sehen. 

 6. Überarbeiten, erweitern und BIM Profis werden  

Sämtliche diverse Einflüsse von verschiedenen Teams, in verschiedenen Projektphasen helfen BIM im Detail zu verstehen. Egal wie viele Anpassungen auf dem Weg zum perfektionierten BIM Prozess passieren, halten Sie auf jeden Fall sämtliche Gründe für jede Änderung fest. So entwickeln Sie stets ein besseres Verständnis für BIM und lernen immer dazu.  

Auch BIM wird sich noch entwickeln, genauso wie firmeninterne Prozesse. Überarbeiten Sie ständig ihre Prozesse und Pläne, setzen Sie erlerntes um und perfektionieren Sie immer wieder einzelne Arbeitsschritte – dies ist entscheiden über den Erfolg von BIM in Ihrem Unternehmen. 

Durch die stetige Optimierung entwickeln Sie Standardprozesse, die bald vom ganzen Team angewendet werden können und Sie werden zu BIM-Profis.

 

Der Singular Qualifier unterstützt bei der Qualitätsprüfung der BIM Modelle. Registrieren Sie sich kostenlos oder kontaktieren Sie uns bei weiteren Fragen.

Es ist längst kein Geheimnis mehr: In anderen Branchen ist die Digitalisierung schon einiges fortgeschrittener und viel tiefer in diversen Arbeitsprozessen integriert als in der Bauindustrie. Weshalb ist das so und wie können wir den digitalen Fortschritt auch in der Baubranche fördern?  

Mehrere Parteien – ein Ziel
Aus Seiten Bauherr/in oder auch aus Seiten der Automatisierung, sind einheitliche Standards und Anforderungen wünschenswert aber teilweise Zukunftsmusik. Es würde – und wird, Aufgaben um ein Vielfaches erleichtern, wenn wir mit gleichen Werten, gleichen Formulierungen und gleichen Anforderungen arbeiten. Auf der anderen Seite – bei Planer/innen, da gehört abstraktes, kreatives und gestalterisches Denken zum Alltag. Neues, spezielles auszuprobieren und zu zeichnen, macht den Beruf aus. Da sind Grenzenlosigkeit, Kuriosität und das Besondere, Aussergewöhnliche oftmals ein Treiber. Standards, Normen und wiederkehrende Prozesse hingegen, stehen eher im Weg. Somit ist BIM für viele Planer/innen am Anfang eine Bremse 

Durch BIM werden viele neue Anforderungen an die Planer/innen getragen und Arbeitsprozesse verändern sich. Die Arbeit wird komplexer, technischer, der wirtschaftliche Druck steigt und die Angst vor weniger Freiheit wird grösser. Die Vorgabe nach digitalisierten Prozessen kommt oft vom Auftraggeber. Als Planer/in bekommt man also neue Aufgaben, die einem erstmal langsamer machen.  

Eine allfällig vorhandene Skepsis gegenüber BIM möchten wir in Motivation umwandeln. Denn, am Schluss haben alle das gleiche Ziel – tolle Bauprojekt erfolgreich verwirklichen. Dass am Ende des Projektes die Qualität stimmen muss, sehen alle gleich.  

Wieso Automation auch auf der Planungsseite ihren Platz finden soll
Die Qualitätsprüfung spielt auch im BIM Prozess eine wichtige Rolle. Durch eine Echtzeitüberwachung der Qualität, wird BIM noch einfacher. 

Wie bereits erwähnt, geraten durch BIM viele neue Anforderungen an die Planer/innen. BIM ist datenzentriert, BIM ist technisch. Um den Beruf entsprechend auszuführen, ist heute ein vertieftes technisches Verständnis notwendig. Die Idee, der automatisierten Qualitätsprüfung ist es, den Planer/innen genau diese neuen Anforderungen abzunehmen, sodass sie sich voll und ganz auf ihre Kerntätigkeiten, das Planen und Entwerfen fokussieren können. Die Qualitätsprüfung heisst also nicht, dass nicht kreativ und frei gearbeitet werden kann, im Gegenteil. Was Planer/innen hervorragend können und gerne tun, sollen sie weiterhin mit Freude machen. Die Hauptaufgaben sollen durch BIM nicht beeinträchtigt werden. Nur alles was automatisiert werden kann oder zu technisch ist, fällt weg. 

Als BIM in der Bauindustrie aufkam, war vieles noch unklar. Jedes Projekt ist unterschiedlich und oft war es auch schwer zu erkennen, was BIM eigentlich genau nützt. Heute wissen wir, dass wir nicht die komplette Planung neu erfinden müssen. Erarbeitetes Wissen kann wiederverwendet werden. Hier muss man abwägen, was ist sinnvoll, wenn es komplett neu erfunden wird und was ist weniger sinnvoll. Als Planer/in soll man sich auch weiterhin auf den Entwurf, den Plan eines Gebäudes konzentrieren können. Raumbezeichnungen und Datentypen sind für die Planer/innen weniger relevant. Wieso sollen diese also nicht automatisiert geprüft werden? Das Setup ist vorhanden.   

Mehr Sicherheit im Projekt
Planer/innen tragen eine grosse Verantwortung. Selbst wenn seitens Bauherren unklare Anforderungen gestellt würden, liegt die Verantwortung für die Richtigkeit des Plans, bei den Planer/innen. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Seien es auch nur Flüchtigkeitsfehler, unvollständige oder anders als erwartete Daten. Sie kommen vor – manchmal zu oft. Durch die automatisierte Qualitätssicherung können sich Planer/innen ohne Mehraufwand absichern. Man behält in jeder Projektphase den Überblick über den aktuellen Qualitätsstand. So gewinnt man an Sicherheit, dass die Berechnungen stimmen und den gewünschten Standards entsprechen. Eines ist klar: Sämtliche Pläne korrekt abzuliefern schafft Vertrauen. Noch dazu kann man zum Plan noch ein Modell abliefern, was für Bauherr/innen immer ein enormer Mehrwert ist. Das Ziel einen korrekten Plan abzugeben, würde somit also sogar übertroffen. 

Fazit
Klar ist: BIM soll am Ende des Tages nicht mehr, sondern weniger Aufwand generieren. Wenn man es schaffen möchte, dass einem die Digitalisierung Arbeit abnimmt, sollte man sich schon erarbeitete Prozesse und Standards zu Nutze machen. So kann man die Vorteile von BIM voll und ganz ausschöpfen und sich auf die wesentliche Arbeit als Planer/in konzentrieren – dann gelingt ein grosser Schritt auf «Digitalisierung in der Baubranche».

Haben Sie Ihre BIM Modelle auf Richtigkeit überprüft? Unser Qualifier, das Rechtschreibprogramm für BIM, steht noch wenige Tage kostenlos zum Testen bereit. Registrieren Sie sich hier.

 

 

 

 

BIM kann und soll dabei helfen, datenbasierte Entscheidungen zu treffen, Sicherheit im Planungsprozess zu gewinnen und das Risiko zu minimieren.  

Digitales Bauen ist in aller Munde. BIM – Building Information Modeling wird in der Schweiz aktuell pro Monat rund 4'000x in der Google Suchmaschine gefunden – ein ziemliches «Hot Topic» also. Digitales Bauen kann Prozesse automatisieren, beschleunigen und die Fehleranzahl minimieren. Grundvoraussetzung für die Fortschritte sind aber korrekte Daten. 

Einen einzigen Fehler in einem BIM Modell, kann zur Kostenschleuder werden. Seien es auch nur Flüchtigkeitsfehler, unvollständige oder anders erwartete Daten im Modell. Um künftig BIM als erfolgreiche Methode in der Baubranche zu etablieren, ist es zwingend notwendig, dass die Qualität sichergestellt werden kann. Planerinnen und Planer sollen unmissverständliche und korrekte Anforderungen erhalten und einwandfreie Modelle erstellen und diese auch selbst kontrollieren können. Bauherr/innen sollen fehlerfreie Baupläne kriegen, um keine Zeit und Nerven in die Qualitätskontrollen investieren zu müssen.  

Wie können wir also die Komplexität der Datenkontrolle vereinfachen?  

Ein BIM Model Checker kann die Antwort sein. Unzählige Daten automatisiert anstelle manuell zu kontrollieren, macht für viele wohl Sinn. In fortgeschrittenen Tools gibt es mehrere Möglichkeiten für die rasche Qualitätsprüfung:  

Um die Kernfrage zu beantworten: Ja, fehlerfreie BIM Modelle sind sehr realistisch und auch heute schon möglich. Die entsprechenden Tools, dies zu ermöglichen existieren bereits und werden immer optimiert.

Auch wir sind unter Hochdruck daran, den Singular Qualifier immer weiterzuentwickeln und versuchen alle Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn Sie wertvolle Inputs haben, Wünsche oder Anregungen, was wir in unserem Model Checker berücksichtigen sollen, teilen Sie uns diese gerne mit und nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

 

 

Auch die Bauindustrie wird sich in Zukunft stark verändern. Prozesse werden digitalisiert und teilweise automatisiert. Was bedeutet das im Detail? Ohne zu weit nach vorne zu schauen, möchten wir die Trends in naher Zukunft festhalten. Was beschäftigt die Baubranche im Jahre 2021?   

Die Trends sind ohne bestimmte Reihenfolge dargestellt. 

Druck für mehr Transparenz, kosten- und termingerechten Projektabschluss steigt
Neben der aktuellen COVID Situation und Fachkräftemangel gibt es wohl kein anderes Thema, dass der Bauindustrie mehr Sorge bereitet als steigende Baupreise. Bauen in der Schweiz wird immer teurer, doch die Produktivität bleibt schon seit Jahrzehnten gleich. Für das kommende Jahr bildet sich ein klarer Trend, der Druck für mehr Zeit- und Kosteneffizient wird weiter ansteigen. BIM kann vor allem mit einheitlichen Planungsprozessen und Qualitätsmanagement helfen, Verzögerungen und Fehlerkosten zu vermeiden. 

Integrale Planung - mehr als ein Trend
De
n Trend zur integralen Planung kann man bereits länger beobachten. Versprechen sind beispielsweise durchgängige Prozessketten – vom Entwurf bis zur Bewirtschaftung. Durch BIM ist es aber erstmals möglich, Projekte methodisch so zu strukturieren, dass jeder Beteiligter nachvollziehen kann, wo und wie sein Beitrag reinpasst. Resultate sind Projekte mit weniger Änderungskosten und einem höheren Fokus auf eine ganzheitliche Betrachtung des Lebenszyklus. Unter Umständen wird es künftig also andere Organisationsstrukturen geben. 

Use-Case Management, Open BIM und Standards
Um BIM Methoden effektiven nutzen zu können, braucht es Standards und Normen. Mit dem Normenwerk ISO 19650 wurde ein international einheitliches Rahmenwerk für digitale Bestellprozesse formuliert. Jetzt muss man dieses nur noch mit konkreten Inhalten füllen. Vor allem im DACH Raum sehen wir aktuell viel Bewegung. Es wird geforscht, probiert und diskutiert. Ein zentrales Thema ist OpenSource”. Die meisten Standards und BIM Profile sind für alle zugänglich und jeder kann und soll mitreden. Finden wir gut! 

Cloud basiertes arbeiten, SaaS
Beschleunigt durch die aktuelle Covid-Situation, geht die Zeit von On-Premise Lösungen langsam zu Ende. Es ist ein klarer Trend zu beobachten. Die Digitale Planung findet mit Hilfe von Cloud basierten Plattformen und Apps immer mehr im Browser statt. Auch die IT-Infrastruktur bewegt sich immer mehr in Richtung Cloud. Interessant zu beobachten wie sich rechtliche Situationen ändern. Es wird sich zeigen, wie öffentliche Organisationen damit umgehen werden, wenn Ihre eigenen Daten nicht mehr auf den internen Servern abgespeichert werden können.

Simulation in frühen Projektphasen, Generatives Entwerfen
Das Versprechen von «Generativen Entwerfen» war es, dass Designvarianten mit Hilfe von Algorithmen optimieren werden können. Mietflächen maximieren, Energieverbrauch verbessern, Material sparen. Diverse Pilotprojekte haben gezeigt, was im Maschinenbau Alltag geworden ist, kann auch im Bauwesen funktionieren. Die Technologie war jedoch lange Zeit zu technisch und nur für Experten zugänglich. Jetzt sieht man einen klaren Trend. Es entstehen neue Werkzeuge, die diese Technologien für ein breites Publikum zugänglich machen.  

Nachhaltiges Bauen, Dekarbonisierung
Wie kaum eine andere Entwicklung, wird der voranschreitende Klimawandel unser soziales Leben und unser wirtschaftliches Handeln in Zukunft verändern. Selbst optimistische Szenarien prognostizieren einen deutlichen Anstieg von Extremwetterereignissen und damit einhergehender Veränderungen. In diesem Kontext hat das europäische Parlament am 18. Juni 2020, die Verordnung über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen verabschiedet. Im Bau- und Immobiliensektor stehen vor allem Zielwerte für Neubau und Sanierung von Bestandsmasse im Fokus. So setzen sich viele Firmen und Konzerne neue Vorgaben.

Sanierungsstau, BIM und Bestand
Weit über die Hälfte der Immobilien in der Schweiz sind älter als 40 Jahre, rund 1.5 Millionen Häuser sind energetisch dringend sanierungsbedürftig. Die aktuelle Sanierungsquote ist mit ~1% jährlich jedoch zu tief. Zusammenhängend mit Vorgaben für Dekarbonisierung, sehen wir hier aber Anlass für einen klaren Trend für mehr Sanierungsaufträge. BIM als Planungsmethode bietet auch im Bestand viele Vorteile. Von Bestandsaufnahmen mit Hilfe von Punktwolken (Scan2BIM), Bauwerksdokumentationen, Simulationen, über Mängel und Qualitätsmanagement. BIM und Bestand macht Sinn und wir rechnen mit mehr BIM Sanierungsprojekte im kommenden Jahr.  

Beyond BIM, Maschinelles Lernen, Agilität und Datenqualität
Big Data und maschinelles Lernen sind nach wie vor ein “hot topic”. Im Bauwesen sehen wir aktuell viele spannende Ansätze im Bereich der Projektorganisation und Bauablaufsimulation. Vor allem in Bereichen, wo es darum geht mit Änderungsmanagement und Komplexität umzugehen. Schneller entscheiden, flexibel bleiben. Agilität ist wohl das Stichwort des Jahres. Gute Entscheidungen brauchen jedoch gute Entscheidungsgrundlagen. Hier beobachten wir einen klaren Trend für mehr Transparenz im Projekt und die benötigte “Datenqualität” von Planungsunterlagen. 

 Wir sind auf jeden Fall gespannt, was das Jahr 2021 mit sich bringt, welche Trends sich bewahrheiten und durchsetzen. Und wer weiss, eventuell hält das Jahr die eine oder andere Überraschung bereit.  

 

In regelmässigen Abständen werden wir von Planern mit der Fragestellung konfrontiert, wie man in ArchiCAD Eigenschaftenwerte «logisch herleiten» kann. Oder mit anderen Worten: Wie kann ich aus bereits bestehenden Informationen neue erzeugen? Heute schauen wir uns dazu eine Technik an, mittels derer wir eine ArchiCAD-Eigenschaft mit dem eBKP-H Code des jeweiligen Bauteils befüllen.

Disclaimer: Der Artikel wendet sich an fortgeschrittene User und stellt einen technischen Lösungsansatz für die eingangs erwähnte Fragestellung aus der täglichen Praxis vor. Der Artikel beschäftigt sich nicht mit den Fragen, ob ein Klassifizierungscode überhaupt ins Modell eingetragen werden sollte, wessen Zuständigkeit dies ist und ob dafür nicht der Klassifizierungsmanager verwendet werden sollte.

Um nicht zu abstrakt vorzugehen, soll uns das abgebildete Rohbaumodell als exemplarisches Versuchsobjekt dienen:

Wie erwähnt, ist die Technik auf bereits bestehende Informationen angewiesen. Daher ist es wichtig, dass für die abgebildeten Bauteile in den Objekteinstellungen die Eigenschaften «Tragende Funktion» und «Lage» sowie die ArchiCAD Klassifizierung bereits richtig eingestellt wurden.

Sind diese Vorbereitungen getroffen, rufen wir über den Menüeintrag «Verwaltung» den Eigenschaften-Manager auf und führen dort die im Bild gekennzeichneten Schritte aus:

  1. Zuerst erstellen wir eine neue Eigenschaft «eBKP-H»
  2. Den Datentyp setzen wir auf «Zeichenfolge»
  3. Die Eigenschaft machen wir für alle ArchiCAD Klassifizierungen verfügbar
  4. Den Wert stellen wir auf «Berechnung»
  5. Dies ermöglicht uns das Hinzufügen einer Formel, die wir uns im Folgenden näher anschauen wollen

Ein einfacher Start ist die folgende Formel:

IF (ARCHICAD Klassifizierung - v2.0 = "Geschossdecke"; "C 4.1"; "unbekannt")

Beachten Sie, dass die grau hinterlegten Bestandteile der Formel über den Button «Parameter und Eigenschaften...» hinzugefügt werden müssen. Je nach Ländereinstellung ihres Computers kann es sein, dass Sie anstelle der hier abgegbildeten Strichpunkte Kommata verwenden müsen.

Die Formel weist allen Bauteilen, die die ArchiCAD Klassifizierung «Geschossdecke» haben den eBKP-H Code «C 4.1» zu. Allen Bauteilen, für die dies nicht zutrifft, wird der Wert «unbekannt» zugewiesen.

Soweit so gut. Nun wollen wir aber nicht nur «C 4.1», sondern auch die restlichen eBKP-H Codes zuweisen. Dies liesse sich durch die Verschachtelung mehrerer IF() Bedingungen lösen, wobei die jetzige Bezeichnung «unbekannt» durch eine weitere IF() Bedingung ersetzt wird:

IF (ARCHICAD Klassifizierung - v2.0 = "Geschossdecke"; "C 4.1"; IF (ARCHICAD Klassifizierung - v2.0 = "Treppe"; "C 4.2"; "unbekannt"))

Dies wird jedoch mit fortschreitender Verschachtelung sehr unübersichtlich. Eine übersichtlichere Alternative bietet hier die IFS() Bedingung:

IFS (
ARCHICAD Klassifizierung - v2.0 = "Geschossdecke"; "C 4.1";
ARCHICAD Klassifizierung - v2.0 = "Treppe"; "C 4.2"
)

Hier wird abwechselnd eine Bedingung formuliert und direkt darauffolgend der Wert, der beim Zutreffen der Bedingung zugewiesen werden soll. IFS() erlaubt so die Aneinanderreihung beliebig vieler Paare aus Bedingung und Wert.

Die letzte Herausforderung wird es nun sein, den tragenden Aussen- und Innenwänden den passenden eBKP-H Code zuzuweisen. Der Unterschied ist hier, dass der Code nur zugewiesen werden soll, wenn mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind:

Dem können wir Rechnung tragen, indem wir alle drei Bedingungen in einer AND() Bedingung zusammenfassen:

IFS (
ARCHICAD Klassifizierung - v2.0 = "Geschossdecke"; "C 4.1";
ARCHICAD Klassifizierung - v2.0 = "Treppe"; "C 4.2";
AND (ARCHICAD Klassifizierung - v2.0 = "Wand"; Tragende Funktion = "Tragende Elemente"; Lage = "Außen" ); "C 2.1";
AND (ARCHICAD Klassifizierung - v2.0 = "Wand"; Tragende Funktion = "Tragende Elemente"; Lage = "Innen" ); "C 2.2"
)

Die AND() Bedingung im Ganzen ist nur erfüllt, wenn alle enthaltenen Bedingungen zutreffen. Trifft eine der enthaltenen Bedingungen nicht zu, so ist die AND() Bedingung nicht erfüllt und der für diese Bedingung definierte Wert wird nicht zugewiesen.

Zum Abschluss legen wir ein Auswertungsschema an, um uns einen tabellarischen Überblick über die zugewiesenen Werte zu verschaffen. Die Schritte hierzu sind in der folgenden Abbildung dargestellt:

  1. Zuerst legen wir ein neues Schema an
  2. In der Tebelle wollen wir alle «3D Typen» anzeigen, jedoch icht die zahlreichen Unterbestandteile der Treppen.
  3. Als Spalten fügen wir lediglich die Felder «Element-Typ» und unsere eingangs angelegte Eigenschaft «eBKP-H» ein.

Die Auswertungs-Tabelle sieht nun wie folgt aus:

Wir sehen, dass allen Bauteilen unseres kleinen Test-Modells der passende eBKP-H Code zugewiesen wurde. Das System kann nun um weitere Klassifizierungs-Codes erweitert werden. Dabei werden auch Konflikte zu Tage treten, z.B. dann, wenn die eBKP-H Klasse kein eigenes Bauteil ist, sondern Teil eines mehrschichtigen Bauteils. Es sind also noch nicht alle Probleme gelöst. Meinungen, Kommentare und Verbesserungsvorschläge können daher gerne mitgeteilt werden.

Fehlerhafte Daten oder ein schlechtes Datenmanagement führen in der Baubranche immer wieder zu Fehlplanungen und enormen Schäden. Das wissen alle. Doch was bedeutet Datenqualität genau?

Damit ich aus grossen Datenmengen zu jedem Zeitpunkt sinnvolle Erkenntnisse ziehen kann, brauche ich mehr als korrekte Messwerte. Datenqualität beinhaltet auch, dass meine Daten relevant, immer aktuell und einheitlich erfasst sind. Mit diesen vier Schritten gelange ich von der Hoffnung, dass am Ende alles stimmt, zur Sicherheit, dass Daten und die Schlüsse aus ihnen korrekt sind:

Daten müssen haargenau stimmen: Das mag banal klingen. Doch in der Baubranche wird durchaus mit Daten gearbeitet, die nicht der Realität entsprechen. Ein gängiges Beispiel: Um die Fläche der Aussenwände zu erheben, werden in der Praxis immer noch analoge Modelle oder Pläne vermessen. Kleinste Messfehler führen jedoch zu grossen Abweichungen in der Berechnung. Mit digitalen Modellen ist die Gefahr geringer, dass die ursprünglichen Messwerte nicht korrekt sind. Doch auch hier können sich Fehler einschleichen. So kann es schnell einmal passieren, dass man Bauteile wie eine Wand im copy&paste-Modus zweimal einfügt oder vergisst, eine verworfene Variante zu löschen. Die ausgewertete Fläche ist dann doppelt so gross und die Auswertung aufgrund einer fehlerhaften Dateneingabe verfälscht.

Daten müssten relevant sein: Datenqualität ist immer mit den spezifischen Anforderungen an ein Projekt verbunden. So sind für eine Kostenplanerin andere Daten relevant als für einen Facility Manager, auch sind je nach Region und gesetzlichen Vorgaben wieder andere Daten gefragt. Vor dem Erheben und Auswerten von Daten muss ich also stets fragen, welche Daten ich in welcher Phase wirklich brauche – und wie diese aufbereitet sein müssen. Damit die Daten auch komplett sind, erstelle ich Prüfregeln für meine Datensätze.

Daten müssen aktuell sein: Das Problem ist uralt: Person A ändert etwas in der Planung, Person B arbeitet noch mit der alten Version des Plans. Im besten Fall bleibt es bei einem Zeitverlust, doch nicht aktualisierte Daten führen auch immer wieder zu Fehlplanungen. Digitale Modelle, die automatisch aktualisiert werden, bieten hier enorme Vorteil. Sie bringen mehr Transparenz und damit auch die Möglichkeit, schneller auf Fehler zu reagieren.

Daten müssen konsistent sein: Daten müssen immer gleich aufgebaut sein, damit sie für die Maschine überhaupt lesbar sind und in jeder Phase eines Projekts lesbar bleiben. Am Beispiel der Aussenwände: Wird die Klassifikation für Aussenwände nicht sorgfältig aufgebaut, kann es passieren, dass eine Aussenwand vom Computer nicht mehr als solche erkannt wird, wenn sie verändert wurde. Eine neu gezeichnete Fassade wird dann schlicht nicht in die Berechnung der Aussenfläche mit einbezogen. Auch wenn eine Person Dinge plötzlich anders klassifiziert, führt dies zu Falschberechnungen – und richtet letztlich den gleichen Schaden an wie fehlerhafte Daten.

Wer Datenqualität ernst nimmt und in diese investiert, kann längerfristig nicht nur seinen Aufwand reduzieren und Fehler vermeiden. Mit einer hohen Datenqualität schafft man auch Transparenz und Vertrauen. Denn Architekten und Architektinnen verkaufen nicht einfach Pläne. Sie verkaufen komplexe Datensätze.

Digitale Modelle dürfen kein Selbstzweck sein. Sie helfen Planerinnen und Planern, bessere Entscheidung zu treffen und sich auf das Wesentliche ihrer Arbeit zu konzentrieren: Entwerfen und Entscheiden.
Vor 50 Jahren fragte der britische Architekt Cedric Price: «Technologie ist die Antwort, aber was war die Frage?» Heute ist die Baubranche einmal mehr mit dieser alten Frage konfrontiert. Mit 3D-Modellen ist die Digitalisierung auch in der Planung angekommen. Doch welche Probleme eine digitalisierte Planung löst, ist nicht ganz klar. «Wir wollen BIM» hört man oft von Seiten der Bauherrschaft, als ob solche neuen Technologien ein Selbstzweck wären. Wer BIM will, muss auch wissen, welche Probleme die neuen Technologien lösen. Wir sagen: 3D-Modelle liefern gar keine Antwort auf neue Fragen, sie helfen uns lediglich dabei, bessere Lösungen zu finden für gleichbleibende Design Probleme.

3D-Modelle ermöglichen interessante Visualisierungen und bündeln die zahlreichen Informationen eines Bauprojekts endlich praktisch – das halten viele immer noch für die primären Vorteile digitaler Modelle. Doch der Mehrwert einer digitalisierten Planung kann sich nicht darauf beschränken, dass sämtliche Daten sinnvoll aufbereitet sind und so Koordinationsfehler vermieden werden. Dafür lohnte sich der ganze Aufwand tatsächlich nicht, die Skepsis wäre gerechtfertigt. Doch 3D-Modelle sollten eben nicht erst am Ende des Planungsprozesses zum Einsatz kommen. Vielmehr können sie unsere Arbeit schon während dem Planungsprozess verbessern. Und zwar, in dem wir durch automatisierte Datenauswertungen zusätzliche Informationen gewinnen und damit eine bessere Grundlage erhalten für wichtige Entscheidungen im Designprozess.

Zum Beispiel kann ich schon während dem Entwerfen im Handumdrehen überprüfen, wie hoch der Anteil nachhaltiger oder wiederverwendbarer

Baustoffe einer Entwurfsvariante ist. Weicht eine solche Auswertung stark von gesetzten Zielen ab, kann ich früh genug Änderungen vornehmen, statt erst im Nachhinein unschöne Kompromisse einzugehen. Stützen wir unsere Entscheide auf automatische Datenauswertungen, können wir nicht nur Zielvorgaben einhalten und weniger Ressourcen verschwenden, sondern schlicht besser bauen. Ein Beispiel dafür ist die automatische Auswertung des Tageslichteinfalls an einem Arbeitsplatz.
Eine sehr erfahrene Planerin, die sich schon Jahrzehnte mit Tageslicht in Büros beschäftigt, mag sämtliche Fenstergrössen intuitiv richtig wählen und die Fenster aufgrund ihrer langen Erfahrung auch perfekt platzieren, ohne ihre Entwürfe systematisch auszuwerten. Doch in der Praxis werden immer noch Büroräume mit zu wenig Tageslicht gebaut, weil dieser Wert in der Planung schlicht nicht erhoben und ausgewertet wird. Wenn nun ein Computer für verschiedene Varianten angibt, wie viel Tageslicht an den Arbeitsplätzen vorhanden ist, bedeutet das nicht, dass ein Algorithmus die Planung übernimmt. Am Ende entscheidet immer noch die Planerin über die Gestaltung, nach Qualitätskriterien, die von Menschen bestimmt wurden. Nur tut sie das auf einer besseren Grundlage.

Durch die Digitalisierung, insbesondere durch BIM wird das Bauen also nicht neu erfunden. Die Designprobleme sind die alten, doch die Antworten werden besser. Digitale Modelle können schlicht die gewohnten Arbeitsprozesse verbessern und unsere Arbeit erleichtern. Arbeiten wie z.B. Flächen- oder Nachhaltigkeits-Berechnungen, die nicht nur sehr zeitaufwändig, sondern auch für die Meisten eher uninteressant sind, können einfach per Knopfdruck erledigt werden, wenn die Daten und vor allem die Datenqualität (Link auf Blog2) stimmt.

Folglich sollte die Digitalisierung in der Baubranche als Chance gesehen werden, sie kann die Architektinnen und Architekten dabei unterstützen, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren: Das Entwerfen und Entscheiden und schlussendlich bessere und nachhaltigere Gebäude zu bauen.

Die beiden Gründer der Singular AG, Julian Alexander Amann und Bruno Ruch, beschäftigen sich schon eine ganze Weile mit Innovationen und dem digitalen Fortschritt in der Bauindustrie. Knapp zwei Jahre nach der Firmengründung, haben die beiden schon einiges zu erzählen. Erfahren Sie, wie es zur Firmengründung kam, was die grössten Herausforderungen seither waren und was sich seit der Gründung verändert hat.

 

Wie kam die Idee zu Stande?
Bruno: Ich habe lange als BIM Manager und BIM Koordinator gearbeitet. Berufsbegleitend habe ich das MAS Digitales Bauen, an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW begonnen und dies schliesslich mit 62 Jahren abgeschlossen. Das Thema der Masterarbeit "Realtime Datamanagement Dashboards", war im Prinzip die Grundlage für die Firmengründung. In der Zusammenarbeit mit Senn, wurde die Idee entwickelt und Umgesetzt.

Wie seid Ihr aufeinander aufmerksam geworden?
Julian: Nach meinem Architekturstudium habe ich als Architekt und später als BIM-Consultant gearbeitet. Wir sind uns bei einem Grossprojekt schon einige Male über den Weg gelaufen. Als Bruno auf mich zukam, war ich schnell begeistert. Die Idee hat mich von Anfang an überzeugt.

Wann habt ihr euch entschieden eine Firma zu gründen?
Bruno: Die Idee entstand Ende 2018. Mit der Unterstützung von Senn, haben wir im Januar 2019 gestartet.

Was war eure Vision?
Die Bauindustrie ist zwar keine exakte Wissenschaft, aber meiner Meinung nach, darf sie gerne künftig etwas wissenschaftlicher werden. BIM soll als Steuerungsinstrument in der Bauindustrie seinen Platz finden.
Julian: Es wird viel von Digitalisierung gesprochen. Neu gibt es BIM-Berater, welche von aussen in die Prozesse involviert werden. Planer und Bauherren müssen befähigt werden, diese Prozesse mittels einer Software selbst abzuwickeln.

Was waren die ersten Hürden?
Julian: Am Anfang mussten wir uns noch etwas finden. Das Produkt war noch nicht vorhanden, erst die Idee. Wir bauten ein Mockup und holten einige Rückmeldungen ein. Schnell war klar, die Nachfrage war da, einige Kunden waren von Anfang an on Board und wir konnten erste Projekte zusammen entwickeln. Die Schwierigkeit bestand darin, das Produkt schnellstmöglich zu entwickeln und die Software skalierbar zu machen.
Bruno: Die Schwierigkeit war nicht, eine gute Idee zu haben, das haben viele. Wir mussten es schaffen alles zu entwickeln, programmieren und noch viel schwieriger fand ich, herauszufinden wie man ein Produkt gut auf den Markt bringen kann. Für mich persönlich war und ist es immer noch die grösste Herausforderung.

Was hat sich in den letzten 1 ½ Jahren verändert?
Julian: Die Realisation, dass wir ein skalierbares Produkt schaffen müssen. Wir können uns nicht nur auf Einzelkunden fokussieren.
Bruno: Aber der Urgedanke wurde nicht verfälscht. Das Ziel, ein Tool zu entwickeln, welches per Drag & Drop, durch einfaches Handling und somit von jedermann genutzt werden kann.

Was war der grösste Erfolg seit der Gründung?
Julian: Der grösste Erfolg für mich, war das Feedback von den ersten Kunden. Dass wir Probleme für Planer und Bauherren lösen können erfüllt mich sehr. Sämtliche Kunden haben die Zusammenarbeit verlängert, wir haben noch keinen Kunden verloren. Mit unserem Team konnten wir beweisen, dass die Nachfrage nach dieser Software da ist und dass wir sie entwickeln können.
Bruno: Das Interesse bei potenziellen Kunden ist enorm. Das Feedback war bisher zu 100% positiv. Wir fühlen uns in der Idee jeden Tag aufs Neue bestätigt. Ich denke, dass unser Ansatz der vollautomatischen und dadurch unbestechlichen BIM Modellprüfung, die Bauindustrie auf ein nächstes Level bringen wird.

Was war der grösste Misserfolg?
Julian: Einen wirklichen Misserfolg hatten wir nicht. Natürlich wären wir gerne etwas schneller in der Entwicklung.

Was würdet ihr heute anders machen?
Bruno: Weniger ist manchmal mehr. Ich würde versuchen etwas kompakter und konzentrierter vorzugehen.

Wie sieht die Zukunft, in Bezug auf BIM, in 5 Jahren aus?
Julian: BIM wird ganz normal dazugehören und man wird es nicht mehr erwähnen müssen.
Bruno: Endlich entscheiden mit BIM und BIM als Steuerungsinstrument endlich einsetzen können.

Was schätzt Ihr aneinander am meisten?
Bruno: An Julian schätze ich vor allem, sein breites Wissen und seine Kommunikationsfähigkeit. Er steht für Architektur, Technik und BIM-Management und verkörpert so die Firma zu 100%.
Julian: Bruno hat so viele Talente, ich lerne immer wieder etwas Neues über ihn. Er hat eine klare Vision, eine Linie und lässt sich davon nicht abbringen. Er ist durchaus flexibel, aber die Grundidee bleibt immer die gleiche. Man kann sich immer auf ihn verlassen. Zudem gibt es oft etwas zu lachen, das schätze ich.

Wieso ist die Schweiz hinterher?
Julian: In der Schweiz gibt es noch keine perfekte Normen und Standards. Es gibt noch keine perfekte Software. Ich denke wir helfen genau an dieser Schnittstelle, zwischen Anforderungen und Software.
Bruno: Die Gesetzgebung der Schweiz ist noch nicht da. Aber ich wage zu behaupten, wenn man einen Best Practice Vergleich machen würde, wären wir weit vorne dabei.

Wofür seid ihr dankbar?
Bruno: Ich bin dankbar, dass ich so viel lernen durfte und für dieses Gesamterlebnis bzw. für die komplette Reise, von der Aussprache der Idee, über die Investoren, die an die Idee glaubten, bis hin zu weiteren Erlebnissen wie z.B. das MAS an der FHNW/ Standford University.
Julian: Ich bin dankbar für das tolle Setting. Die Firma Senn, die uns unterstützt, die Partner, mit denen wir zusammenarbeiten und die Mitarbeiter - Ich bin ein persönlicher Fan von jedem, denn alle glauben an die gleiche Sache.

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