Standards und Freiheit – wie soll das gehen?

February 24, 2021

Es ist längst kein Geheimnis mehr: In anderen Branchen ist die Digitalisierung schon einiges fortgeschrittener und viel tiefer in diversen Arbeitsprozessen integriert als in der Bauindustrie. Weshalb ist das so und wie können wir den digitalen Fortschritt auch in der Baubranche fördern?  

Mehrere Parteien – ein Ziel
Aus Seiten Bauherr/in oder auch aus Seiten der Automatisierung, sind einheitliche Standards und Anforderungen wünschenswert aber teilweise Zukunftsmusik. Es würde – und wird, Aufgaben um ein Vielfaches erleichtern, wenn wir mit gleichen Werten, gleichen Formulierungen und gleichen Anforderungen arbeiten. Auf der anderen Seite – bei Planer/innen, da gehört abstraktes, kreatives und gestalterisches Denken zum Alltag. Neues, spezielles auszuprobieren und zu zeichnen, macht den Beruf aus. Da sind Grenzenlosigkeit, Kuriosität und das Besondere, Aussergewöhnliche oftmals ein Treiber. Standards, Normen und wiederkehrende Prozesse hingegen, stehen eher im Weg. Somit ist BIM für viele Planer/innen am Anfang eine Bremse 

Durch BIM werden viele neue Anforderungen an die Planer/innen getragen und Arbeitsprozesse verändern sich. Die Arbeit wird komplexer, technischer, der wirtschaftliche Druck steigt und die Angst vor weniger Freiheit wird grösser. Die Vorgabe nach digitalisierten Prozessen kommt oft vom Auftraggeber. Als Planer/in bekommt man also neue Aufgaben, die einem erstmal langsamer machen.  

Eine allfällig vorhandene Skepsis gegenüber BIM möchten wir in Motivation umwandeln. Denn, am Schluss haben alle das gleiche Ziel – tolle Bauprojekt erfolgreich verwirklichen. Dass am Ende des Projektes die Qualität stimmen muss, sehen alle gleich.  

Wieso Automation auch auf der Planungsseite ihren Platz finden soll
Die Qualitätsprüfung spielt auch im BIM Prozess eine wichtige Rolle. Durch eine Echtzeitüberwachung der Qualität, wird BIM noch einfacher. 

Wie bereits erwähnt, geraten durch BIM viele neue Anforderungen an die Planer/innen. BIM ist datenzentriert, BIM ist technisch. Um den Beruf entsprechend auszuführen, ist heute ein vertieftes technisches Verständnis notwendig. Die Idee, der automatisierten Qualitätsprüfung ist es, den Planer/innen genau diese neuen Anforderungen abzunehmen, sodass sie sich voll und ganz auf ihre Kerntätigkeiten, das Planen und Entwerfen fokussieren können. Die Qualitätsprüfung heisst also nicht, dass nicht kreativ und frei gearbeitet werden kann, im Gegenteil. Was Planer/innen hervorragend können und gerne tun, sollen sie weiterhin mit Freude machen. Die Hauptaufgaben sollen durch BIM nicht beeinträchtigt werden. Nur alles was automatisiert werden kann oder zu technisch ist, fällt weg. 

Als BIM in der Bauindustrie aufkam, war vieles noch unklar. Jedes Projekt ist unterschiedlich und oft war es auch schwer zu erkennen, was BIM eigentlich genau nützt. Heute wissen wir, dass wir nicht die komplette Planung neu erfinden müssen. Erarbeitetes Wissen kann wiederverwendet werden. Hier muss man abwägen, was ist sinnvoll, wenn es komplett neu erfunden wird und was ist weniger sinnvoll. Als Planer/in soll man sich auch weiterhin auf den Entwurf, den Plan eines Gebäudes konzentrieren können. Raumbezeichnungen und Datentypen sind für die Planer/innen weniger relevant. Wieso sollen diese also nicht automatisiert geprüft werden? Das Setup ist vorhanden.   

Mehr Sicherheit im Projekt
Planer/innen tragen eine grosse Verantwortung. Selbst wenn seitens Bauherren unklare Anforderungen gestellt würden, liegt die Verantwortung für die Richtigkeit des Plans, bei den Planer/innen. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Seien es auch nur Flüchtigkeitsfehler, unvollständige oder anders als erwartete Daten. Sie kommen vor – manchmal zu oft. Durch die automatisierte Qualitätssicherung können sich Planer/innen ohne Mehraufwand absichern. Man behält in jeder Projektphase den Überblick über den aktuellen Qualitätsstand. So gewinnt man an Sicherheit, dass die Berechnungen stimmen und den gewünschten Standards entsprechen. Eines ist klar: Sämtliche Pläne korrekt abzuliefern schafft Vertrauen. Noch dazu kann man zum Plan noch ein Modell abliefern, was für Bauherr/innen immer ein enormer Mehrwert ist. Das Ziel einen korrekten Plan abzugeben, würde somit also sogar übertroffen. 

Fazit
Klar ist: BIM soll am Ende des Tages nicht mehr, sondern weniger Aufwand generieren. Wenn man es schaffen möchte, dass einem die Digitalisierung Arbeit abnimmt, sollte man sich schon erarbeitete Prozesse und Standards zu Nutze machen. So kann man die Vorteile von BIM voll und ganz ausschöpfen und sich auf die wesentliche Arbeit als Planer/in konzentrieren – dann gelingt ein grosser Schritt auf «Digitalisierung in der Baubranche».

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