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Wieso BIM?

November 25, 2020

Digitale Modelle dürfen kein Selbstzweck sein. Sie helfen Planerinnen und Planern, bessere Entscheidung zu treffen und sich auf das Wesentliche ihrer Arbeit zu konzentrieren: Entwerfen und Entscheiden.
Vor 50 Jahren fragte der britische Architekt Cedric Price: «Technologie ist die Antwort, aber was war die Frage?» Heute ist die Baubranche einmal mehr mit dieser alten Frage konfrontiert. Mit 3D-Modellen ist die Digitalisierung auch in der Planung angekommen. Doch welche Probleme eine digitalisierte Planung löst, ist nicht ganz klar. «Wir wollen BIM» hört man oft von Seiten der Bauherrschaft, als ob solche neuen Technologien ein Selbstzweck wären. Wer BIM will, muss auch wissen, welche Probleme die neuen Technologien lösen. Wir sagen: 3D-Modelle liefern gar keine Antwort auf neue Fragen, sie helfen uns lediglich dabei, bessere Lösungen zu finden für gleichbleibende Design Probleme.

3D-Modelle ermöglichen interessante Visualisierungen und bündeln die zahlreichen Informationen eines Bauprojekts endlich praktisch – das halten viele immer noch für die primären Vorteile digitaler Modelle. Doch der Mehrwert einer digitalisierten Planung kann sich nicht darauf beschränken, dass sämtliche Daten sinnvoll aufbereitet sind und so Koordinationsfehler vermieden werden. Dafür lohnte sich der ganze Aufwand tatsächlich nicht, die Skepsis wäre gerechtfertigt. Doch 3D-Modelle sollten eben nicht erst am Ende des Planungsprozesses zum Einsatz kommen. Vielmehr können sie unsere Arbeit schon während dem Planungsprozess verbessern. Und zwar, in dem wir durch automatisierte Datenauswertungen zusätzliche Informationen gewinnen und damit eine bessere Grundlage erhalten für wichtige Entscheidungen im Designprozess.

Zum Beispiel kann ich schon während dem Entwerfen im Handumdrehen überprüfen, wie hoch der Anteil nachhaltiger oder wiederverwendbarer

Baustoffe einer Entwurfsvariante ist. Weicht eine solche Auswertung stark von gesetzten Zielen ab, kann ich früh genug Änderungen vornehmen, statt erst im Nachhinein unschöne Kompromisse einzugehen. Stützen wir unsere Entscheide auf automatische Datenauswertungen, können wir nicht nur Zielvorgaben einhalten und weniger Ressourcen verschwenden, sondern schlicht besser bauen. Ein Beispiel dafür ist die automatische Auswertung des Tageslichteinfalls an einem Arbeitsplatz.
Eine sehr erfahrene Planerin, die sich schon Jahrzehnte mit Tageslicht in Büros beschäftigt, mag sämtliche Fenstergrössen intuitiv richtig wählen und die Fenster aufgrund ihrer langen Erfahrung auch perfekt platzieren, ohne ihre Entwürfe systematisch auszuwerten. Doch in der Praxis werden immer noch Büroräume mit zu wenig Tageslicht gebaut, weil dieser Wert in der Planung schlicht nicht erhoben und ausgewertet wird. Wenn nun ein Computer für verschiedene Varianten angibt, wie viel Tageslicht an den Arbeitsplätzen vorhanden ist, bedeutet das nicht, dass ein Algorithmus die Planung übernimmt. Am Ende entscheidet immer noch die Planerin über die Gestaltung, nach Qualitätskriterien, die von Menschen bestimmt wurden. Nur tut sie das auf einer besseren Grundlage.

Durch die Digitalisierung, insbesondere durch BIM wird das Bauen also nicht neu erfunden. Die Designprobleme sind die alten, doch die Antworten werden besser. Digitale Modelle können schlicht die gewohnten Arbeitsprozesse verbessern und unsere Arbeit erleichtern. Arbeiten wie z.B. Flächen- oder Nachhaltigkeits-Berechnungen, die nicht nur sehr zeitaufwändig, sondern auch für die Meisten eher uninteressant sind, können einfach per Knopfdruck erledigt werden, wenn die Daten und vor allem die Datenqualität (Link auf Blog2) stimmt.

Folglich sollte die Digitalisierung in der Baubranche als Chance gesehen werden, sie kann die Architektinnen und Architekten dabei unterstützen, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren: Das Entwerfen und Entscheiden und schlussendlich bessere und nachhaltigere Gebäude zu bauen.

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